Immer mehr Städter sehnen sich nach Authentizität, Traditionen und Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Ein einzigartiger Ort, der die Schönheit der Natur mit historischem Erbe vereint, ist der Mühlenwanderweg im Steinachgrund bei München. Auf diesem Weg können Besucher tief in die Welt des alten Müllerhandwerks eintauchen, denn auf einer Strecke von 16 bis 17 Kilometern säumen elf historische Wassermühlen den Weg. Weitere spannende Informationen über das Müllerhandwerk und andere interessante Orte in der Region finden Sie auf der Webseite munichname.eu.
Ein Blick in die Geschichte
Laut dem Bayerischen Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung gab es vor dem Ersten Weltkrieg rund 5000 Getreidemühlen in Bayern. Jede Mühle spielte nicht nur eine praktische Rolle, sondern war auch ein wichtiger Treffpunkt für soziale Interaktion und Handel.
Im Steinachgrund und seinen Zuläufen gab es einst elf solcher Mühlen. Entlang des Mühlenwanderwegs informieren Tafeln über die Geschichte des Tals und seiner Mühlen, über das Handwerk selbst, die umliegenden Dörfer sowie die lokale Flora und Fauna.
Heute gilt der Mühlenwanderweg als die beliebteste Rundtour im Frankenwald und erstreckt sich über 16 bis 17 Kilometer. Vor über hundert Jahren waren die Zuläufe der Steinach sehr belebt. Elf Wassermühlen und sogar ein Wasserkraftwerk nutzten die Bäche Rauschlbach, Rebach, Schlackenmühlbach und Wolllaufbach als Energiequelle.
Besonders erwähnenswert ist das Wasserkraftwerk im Herzen des Steinachgrunds, auf dem Hof Neumühle. Es handelt sich um ein historisches Objekt, das die Kraft des Wassers zur Eigenstromerzeugung nutzt. Auf der Website des Hofes können Sie ein Video finden, das die Funktionsweise des Wasserkraftwerks genauer erklärt.
Wassermühlen – die treibende Kraft Bayerns
Früher spielten Wassermühlen eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Bayerns. Die Flüsse und Bäche der Region dienten als Energiequellen. Die Nutzung der Wassermühlen beschränkte sich aber nicht nur auf das Mahlen von Getreide. Schon im Mittelalter erweiterten Handwerker und Ingenieure ihre Einsatzmöglichkeiten, sodass sie auch genutzt wurden für:
- die Textilindustrie, beispielsweise zur Wollverarbeitung, zum Färben von Stoffen und zum Walken von Filz;
- das Zerkleinern von Samen und das Pressen von Öl;
- die Metallverarbeitung, um Eisen in großem Maßstab zu schmieden und zu bearbeiten;
- den Bergbau, zum Beispiel zum Zerkleinern von Erz und anderen Metallen.

Das Schicksal der Wassermühlen
Einst gab es elf Mühlen, doch heute ist keine mehr in Betrieb. Einige wurden in den letzten Jahrzehnten zu Wohnhäusern oder Gasthäusern umgebaut. Die erste urkundliche Erwähnung einer Wassermühle in diesem Gebiet stammt aus dem Jahr 1683. Es handelt sich um die Kleinrehmühle, die später zur Fischzucht genutzt wurde. Für Tagestouristen wurde hier ein Restaurant eröffnet.
Eine beeindruckende Sehenswürdigkeit auf dem Mühlenwanderweg ist der Guttenberger Hammer. Von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit wurde hier Eisen geschmiedet. Später entwickelte sich der Ort zu einem Familienbetrieb für die Herstellung von Garten- und Forstwerkzeugen, ein Handwerk, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
Die Großrehmühle wurde 1683 erbaut. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war sie eine Getreide- und Sägemühle. Mitte der 1950er Jahre wurde sie in ein Hotel umgewandelt. Die Größe der Anlage zeugt von der einstigen Bedeutung und dem Umfang des Betriebs.
Andere Wassermühlen sind schon lange verlassen und in einem zerfallenen Zustand. Dies ist eine Folge der industriellen Ära und der Verbreitung der Elektrizität. Moderne Technologien bieten eine höhere Produktivität und sind unabhängiger von Wetterbedingungen und geografischer Lage.

Der Mühlenwanderweg: Überblick über die Route
Die Route beginnt im kleinen Dorf Buckenreuth, im nördlichen Teil des Rundwegs, wo sich auch ein Parkplatz befindet. Der Weg führt Wanderer durch malerische Landschaften und lässt sie in die Geschichte und technische Entwicklung des Müllerhandwerks eintauchen. Wenn Sie nach weiteren interessanten Orten für Spaziergänge in München suchen, finden Sie online viele Inspirationen.
Die ersten Schritte führen am Schlackenmühlbach entlang, wo sich die Schübelsmühle befindet. Erstmals wurde das Tal 1560 erwähnt. Damals wurde das Anwesen ausschließlich landwirtschaftlich genutzt.
Nach einem leichten Anstieg erreichen die Besucher die Petersmühle im Tal unterhalb von Trottenreuth. Bis 1936 wurde sie als Getreidemühle genutzt.
Nach einem Abstieg überquert der Weg den Lautengrundbach, bevor dieser in den Schlackenmühlbach mündet und den Rauschbach bildet. Hier steht die Schlackenmühle, eine 1914 aufgegebene Getreidemühle. Das Sägewerk stellte 1931 nach einem Brand den Betrieb ein. Ganz in der Nähe befinden sich die Überreste einer Papierfabrik, deren Mühlrad bis 1890 in Betrieb war. Interessanterweise wurde das Wappen des Gebäudes nach einem Brand im Jahr 1906 erneuert.
Der Weg führt weiter durch das Tal, wo der Rauschbach in den Rebach fließt und den Fluss Steinach bildet. Etwas weiter steht die Hübnersmühle – einst eine Getreidemühle, deren Sägewerk bis 1936 in Betrieb war.
P-assend zur schönen Natur finden Sie auf der Webseite interessante Orte für Spaziergänge in München und Umgebung. Nachdem die Wanderer den Wald durchquert haben, gelangen sie zum Guttenberger Hammer, der seit 1799 im Besitz der Familie Krumpholz ist. Ganz in der Nähe befindet sich die Kleinrehmühle, die 1931 den Betrieb einstellte und sich in einen gemütlichen Erholungsort für Touristen verwandelte.
Der Weg führt weiter zur Mehltaumühle (volkstümlich auch Höll-Mühle genannt). Bis 1964 war sie eine Getreidemühle, die das Wasser des Rebachs mithilfe eines mechanischen Systems nutzte. Tief im Fichtenwald liegt die Großrehmühle, die 1954 in ein Gasthaus umgewandelt wurde.

Das Ende der Route
Der letzte Abschnitt des Weges führt entlang des Wolllaufbachs zur Wolllaufmühle. Sie war bis 1967 eine Getreidemühle und Bäckerei. Anschließend erreichen die Besucher die Mesethmühle (früher Mesermühle). Sie ist die am besten erhaltene Getreidemühle auf der Route und war bis 1970 in Betrieb.
Die Tour endet in Schlockenau, einem ehemaligen Besitz des Klosters Langheim. Die gesamte Route ist für 5 bis 6 Stunden ausgelegt, kann aber durch die Durchquerung des Dorfes Grafengehaig halbiert werden. Diese Freizeitaktivität ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet. Das Wichtigste ist, auf festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung zu achten.
Nach dem Ende der Wanderung wird man die reiche Geschichte und den technischen Einfallsreichtum, der sich hinter jeder Wassermühle im Steinachgrund verbirgt, besser verstehen.

Das Müllerhandwerk
Wenn man sich genauer mit den Wassermühlen und ihrer Entwicklung befasst, kann man nur erahnen, wie anstrengend die Arbeit der Müller war. Eines ist jedoch sicher: Sie waren stolz auf ihr altes Handwerk. Interessant ist, dass der Bayerische Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung das Müllerhandwerk 2017 in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufnehmen ließ.
Insgesamt gibt es in Bayern nur noch rund 50 große Betriebe, die als Industriemühlen arbeiten, sowie ebenso viele Familienbetriebe. Die meisten von ihnen haben Flexibilität bewiesen und sich an die modernen Anforderungen angepasst. Auf dem Mühlenwanderweg im Steinachgrund wurden einige der Wassermühlen in Museen, Restaurants oder andere touristische Einrichtungen umgewandelt. So bleibt die Erinnerung an das alte Müllerhandwerk als wichtiger Teil des historischen und kulturellen Erbes erhalten.

