Zoologische Staatssammlung München: Forschung und Entdeckungen

Dies ist eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Bayerischen Staatssammlungen für Naturkunde. Die Institution gehört zu den drei größten zoologischen Forschungs- und Museumszentren Deutschlands. Mehr dazu auf munichname.eu.

Geschichte der Einrichtung

Die Institution wurde 1759 gegründet, als die Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW) den Auftrag erhielt, wissenschaftliche Sammlungen im Auftrag von Kurfürst Maximilian III. Joseph zu schaffen. Damals gab es in München noch keine Universität, aber naturkundliche Sammlungen von Mineralien, Gesteinen, Tieren und Pflanzen wurden als wichtige Forschungsressource anerkannt.

Bereits 1807 wurden die Sammlungen erweitert, und 1827 wurde per königlichem Erlass von Ludwig I. die „Allgemeine Konservatorium der staatlichen wissenschaftlichen Sammlungen“ gegründet. Dies war ein entscheidender Schritt, durch den die Sammlungen offiziell unabhängig von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Ludwig-Maximilians-Universität München wurden.

Nach dem Ende der Monarchie in Bayern im Jahr 1918 erfuhr die Zoologische Staatssammlung wesentliche Veränderungen. Ab 1927 wurde die Sammlung reorganisiert und in die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) integriert.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde ein großer Teil der Sammlung und der Bibliothek im Sommer 1943 ausgelagert. Dies war aufgrund einer bestehenden Umzugsbeschränkung eine Herausforderung, um den Zugang für die Bevölkerung weiterhin zu gewährleisten.

Zweiter Weltkrieg und Zerstörung

In der Nacht zum 25. April 1944 wurde das Zentrum Münchens bombardiert, wodurch die Alte Akademie stark beschädigt wurde. Dank des Engagements der Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung konnten viele Objekte gerettet werden, darunter durch den deutschen Herpetologen Lorenz Müller.

Nach der Zerstörung der Alten Akademie, in der sich die Zoologische Staatssammlung seit 1807 befunden hatte, zog die Sammlung in das Jagdmuseum um (heute Deutsches Jagd- und Fischereimuseum in der Neuhauser Straße).

Bis in die 1980er Jahre wurde die Sammlung von Walter Forster, einem deutschen Zoologen und Lepidopterologen, geleitet. Er erweiterte die Schmetterlingssammlungen und die Bibliothek. Sein Stellvertreter war Ernst Josef Fittkau, ein deutscher Zoologe, der später die Leitung der Zoologischen Staatssammlung übernahm und die Institution in ein neues Gebäude führte.

Aufgaben und Forschung

Die Einrichtung befindet sich im Stadtteil Obermenzing, Münchhausenstraße 21. Das Gebäude verfügt über 25 Lagerbereiche mit einer Fläche von über 5100 Quadratmetern sowie 70 Arbeits- und Funktionsräume, darunter Werkstätten, Labore und technische Räume. Die moderne Ausstattung sorgt für optimale Forschungsbedingungen.

Aufgrund des stetigen Wachstums der Sammlungen musste der Raum effizienter genutzt werden. So wurden unter anderem mobile Regalsysteme für Bibliotheken und Schmetterlingssammlungen installiert.

Die Hauptaufgaben der Zoologischen Staatssammlung München umfassen:

  • Sammlung, Ordnung und Erhaltung zoologischer Exemplare,
  • wissenschaftliche Forschung,
  • Bereitstellung von Informationen für die Öffentlichkeit.

Die Sammlung beherbergt nahezu 22 Millionen zoologische Objekte, davon etwa 90 % Insekten. Zudem verfügt die Zoologische Staatssammlung über die weltweit größte Schmetterlingssammlung mit 12 bis 15 Millionen Exemplaren. Die ältesten Exemplare stammen aus dem Jahr 1780, als Tiere in kleinen Glasvitrinen aufbewahrt wurden. Seltene und teilweise ausgestorbene Arten, wie das Quagga (eine ausgestorbene Zebraform), werden im Archiv aufbewahrt und sind im Museum Mensch und Natur ausgestellt.

Forschungsschwerpunkte

Zu den zentralen Forschungsthemen der Zoologischen Staatssammlung München gehören:

  • Taxonomie: Beschreibung neuer Tierarten durch Analyse von morphologischen Unterschieden und Ähnlichkeiten zur Klassifikation neuer Spezies.
  • Phylogenese: Untersuchung evolutionärer Beziehungen zwischen Tierarten und Rekonstruktion ihrer Stammbäume.
  • Faunistik und Zoogeographie: Analyse der Verbreitungsmuster von Tierarten und ihrer geografischen Vorkommen.
  • Ökologie: Erforschung der Wechselwirkungen von Tieren mit ihrer Umwelt, einschließlich ihres Verhaltens, ihrer Ernährung und Fortpflanzung.

SNSB und sechs staatliche Sammlungen verschiedener Disziplinen

Die Zoologische Staatssammlung ist die größte ihrer Art in München. Zu den weiteren Sammlungen der SNSB gehören:

  • Botanische Sammlung mit Millionen getrockneter Pflanzen aus aller Welt und Holzproben verschiedener Arten.
  • Geologische Sammlung, die Mineralien, Gesteine und geologische Karten verschiedener Regionen umfasst.
  • Paläontologische Sammlung mit Fossilien von Mikroorganismen bis hin zu Dinosauriern.
  • Mineralogische Sammlung, die Edelsteine, industrielle Mineralien und Meteoritenproben umfasst.
  • Anthropologische und paläoanatomische Sammlung, bestehend aus menschlichen Skeletten verschiedener Epochen und archäologischen Funden wie Werkzeugen und Alltagsgegenständen.

Zum SNSB-Netzwerk gehören acht naturkundliche Museen, darunter in München. Zudem gibt es vier naturkundliche Museen unter lokaler Förderung sowie den Botanischen Garten München-Nymphenburg.

Wissenschaftliche Projekte und Publikationen

Die Zoologische Staatssammlung München ist in zahlreiche internationale Forschungsprojekte involviert. Dazu gehören:

  • GBOL III: Dunkle Taxa – Identifizierung und Beschreibung neuer Insektenarten mittels DNA-Barcoding.
  • Fauna Bavarica – vollständige Inventarisierung der Tierarten Bayerns zur Biodiversitätsüberwachung.
  • IndoBioSys – interdisziplinäre Forschung zur Biodiversität, die Taxonomie, Genetik und Bioprospektion verbindet.
  • GBIF-D Knoten Evertebrata II – frei zugängliche Biodiversitätsdaten.

Diese Projekte zeigen die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit für die Erforschung der biologischen Vielfalt.

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