München zählt zu den schönsten und fortschrittlichsten Städten Europas und verfolgt aktiv das Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Bis 2035 plant die Stadtverwaltung nicht nur klimaneutral zu werden, sondern sich auch auf steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und häufigere Niederschläge vorzubereiten. Der städtische Ausbau und die Stadtplanung spielen eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an diese veränderten klimatischen Bedingungen. Mehr dazu auf munichname.eu.
Grünes Bauen – Trend oder umfassende Strategie?
Nachhaltiges Bauen ist einer der zentralen Entwicklungsschwerpunkte Münchens. Es handelt sich dabei nicht nur um einen Trend, sondern um eine ganzheitliche Strategie, die sämtliche Bereiche des urbanen Lebens umfasst – von Energieeffizienz über die Schaffung von Grünflächen bis hin zur Förderung des öffentlichen Verkehrs.
München verfolgt einen integrierten Quartiersansatz, der vom Klimaschutz- und Umweltreferat entwickelt wurde. Ziel ist es, so viele Stadtteile wie möglich zu klimaneutral gestalten.
Zu den wichtigsten Merkmalen dieser nachhaltigen Stadtquartiere gehören:
- Hohe Energiestandards für Neubauten, um den Wärmebedarf zu minimieren.
- Klimaneutralität mit maximal 0,3 Tonnen CO₂ pro Person und Jahr bis 2035.
- Kreislaufwirtschaft mit maximal effizienter Nutzung von Ressourcen.
- Energieeffizienz durch lokale erneuerbare Energien, darunter Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen, Geothermie und Wärmepumpen.
- Qualität in der Stadtplanung, kompakte Mischbebauung und nachhaltige Wege- und Freiraumgestaltung.
- Bezahlbares Wohnen und soziale Infrastruktur.
- Grüne Infrastruktur, einschließlich Begrünung von Fassaden, Dächern und Straßenbäumen.
- Nachhaltige Lebensweise, die Bildung, umweltfreundliche Mobilität, gesunde Ernährung und den Kauf lokaler Produkte umfasst.
Laut der Mobilitätsstrategie 2035 sollen 80 % aller Wege künftig umweltfreundlich zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zurückgelegt werden.

Pilotquartier: Ramersdorf Süd
Ein Vorzeigeprojekt ist das Quartier Ramersdorf Süd, das im Rahmen des Programms Münchner Wohnen entwickelt wird. Hier entstehen 916 moderne Wohnungen mit großem Potenzial für energetische Modernisierung.
Die Modernisierung zielt darauf ab, sowohl sozialen als auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig das Viertel langfristig lebenswerter und zukunftsfähiger zu machen.
Klimaneutralität und Energieeffizienz
- CO₂-Reduktion durch geringeren Energieverbrauch und schrittweisen Verzicht auf fossile Brennstoffe.
- Photovoltaikanlagen auf den Dächern, gekoppelt mit einer schrittweisen Umstellung auf Fernwärme von Ost nach West.
- Geringere Energiekosten für die Bewohner durch nachhaltige Energiequellen.
Soziale Infrastruktur und moderne Mobilität
- Weniger Parkplätze und neue Kindertagesstätten als Teil der sozialen Infrastruktur.
- Mehr Gewerbeflächen und innovative Sharing-Konzepte für Mobilität.
- Optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mit weniger Autoverkehr und mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer.
Das Projekt wird in mehreren Phasen umgesetzt und von der Münchner Wohnen GmbH in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Stadt München finanziert.

Pilotquartier: St.-Michael-Straße
Das Quartier St.-Michael-Straße, auch als „Maikäfersiedlung“ bekannt, hat eine lange Tradition und gilt als grüne Oase in München. Ursprünglich zwischen 1936 und 1939 als Gartenstadt mit kleinen Wohnungen konzipiert, wurden die alten Gebäude im Jahr 2001 abgerissen und durch Neubauten ersetzt.
Nun soll das Viertel zum Modellquartier für nachhaltiges Wohnen weiterentwickelt werden. Dabei steht ein ganzheitlicher Ansatz im Fokus, um den Klimaschutz in München weiter voranzutreiben.
Nachhaltige Stadtentwicklung in St.-Michael-Straße
- Erneuerbare Energie durch Photovoltaikanlagen, Solarthermie, Windkraft und Biomasse.
- Energieeffiziente Gebäudesanierung mit Wärmedämmung, Lüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung und Smart-Home-Technologien.
- Umfassende Begrünung von Fassaden, Balkonen, Dächern und die Schaffung von Wasserflächen und Grünanlagen.
- Förderung nachhaltiger Mobilität durch den Ausbau von Radwegen, bessere Anbindung an den ÖPNV und mehr autofreie Zonen.
Das Projekt wird von der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) durchgeführt und von der KfW-Bank im Rahmen des Förderprogramms „Energetische Stadtsanierung“ finanziert.
Lebensqualität und Klimaschutz – eine Win-Win-Situation
Beide Pilotquartiere zeigen, dass nachhaltige Stadtentwicklung nicht nur der Umwelt zugutekommt, sondern auch die Lebensqualität der Bewohner erheblich verbessert.
- Grüne Freiflächen schaffen mehr Raum zur Erholung und fördern die Biodiversität.
- Klimafreundliche Architektur trägt zur Verbesserung des Stadtklimas bei.
- Ökologische Maßnahmen senken langfristig Energiekosten und Betriebskosten.
Forschungsprojekt für ein nachhaltiges München
Seit Oktober 2018 läuft in München ein Forschungsprojekt zur Anpassung an den Klimawandel, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Ziel ist es, Maßnahmen zur Stadtbegrünung, Gebäudeanpassung und nachhaltigen Stadtentwicklung zu analysieren und weiterzuentwickeln.
Die zunehmende Sommerhitze und Extremwetterereignisse machen deutlich, dass klimafreundliche Stadtplanung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist.

München als Vorreiter der grünen Stadt der Zukunft
Die Stadtverwaltung setzt verstärkt auf Aufklärung und Anreize, um die Bürger zu motivieren, private Grundstücke zu begrünen. Informationskampagnen, Workshops und Seminare zu Gartenbau und Landschaftsarchitektur sollen helfen, nachhaltiges Bewusstsein zu stärken.Diese Maßnahmen tragen dazu bei, München in eine grüne Metropole der Zukunft zu verwandeln – mit mehr Lebensqualität, besseren klimatischen Bedingungen und nachhaltigem Stadtbild.

