Berühmte Ökosiedlung in München

Wie lebt und arbeitet man auf umweltfreundliche Weise? Die Bewohner der oberbayerischen Gemeinde Schlehdorf kennen die Antwort auf diese Frage nur zu gut. Mehr dazu erfahren Sie auf munichname.eu.

Die Geschichte der Gründung

Die Gemeinde Schlehdorf in Oberbayern zählt etwa 1.200 Einwohner und liegt in einem Gebiet, das vor Millionen Jahren von Gletschern geformt wurde. Diese beeindruckende Natur macht deutlich, wie kraftvoll die Umwelt sein kann.

Im Mittelalter errichteten Dominikanermissionarinnen auf einem Hügel ein Kloster. Bald darauf bauten die Schwestern ein Altenheim und bewirtschafteten die umliegenden Felder. Diese Tradition der Solidarität wurde 2012 mit dem Projekt „Klostergut Schlehdorf eG“ fortgesetzt. Es handelt sich um ein ökologisches und gemeinschaftsorientiertes Projekt, das von Mitgliedern der Genossenschaft, hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie gemeinnützigen Vereinen unterstützt wird.

Seitdem hat sich das Projekt zu einer Anlaufstelle für traditionelle Landwirtschaft entwickelt und zieht immer mehr Unterstützer an.

Landwirtschaft in der Ökosiedlung

Die landwirtschaftliche Fläche begann mit 50 Hektar und wuchs auf über 65 Hektar an. Neben Ackerbau und Gartenbau gibt es Wohnräume, Seminarräume und Werkstätten. Auf dem Hof gibt es Folgendes:

  • Kühe und Rinder leben das ganze Jahr über auf großen Weiden am Karpfsee zwischen Schlehdorf und Großweil.
  • Isländische Pferde werden für therapeutisches Reiten eingesetzt.
  • Bergschafe, deren Felle, Wolle und Fleisch verkauft werden.
  • Bio-Hühner, die wöchentlich ihre Standorte wechseln, um stets frisches Futter zu finden.
  • Bienenstöcke, die vom Imker der Gemeinde betreut werden.

Eröffnung des Hofladens und Leben in der Gemeinde

Auf dem Klosterhof wurde ein kleiner Hofladen eröffnet, der Bio-Produkte wie Kräuter, Gemüse und Eier anbietet. Besucher können frisch gemahlenes Mehl, Teemischungen, Brot und Milchprodukte erwerben. Der Laden verströmt einen angenehmen Duft nach frischen Kräutern.

Im Sommer öffnet ein Bauernhof-Café. Einmal wöchentlich treffen sich die Bewohner und Mitarbeiter des Hofes zu einer Besprechung. Die Gemeinschaft Schlehdorf hat viele Unterstützer, aber auch Kritiker.

Interessant ist, dass Bernhard Jocher, ein Vorstandsmitglied der Genossenschaft, mit dem Bürgermeister der Gemeinde verwandt ist. Dies erleichtert die Herausforderungen jedoch nicht.

Bildungsarbeit

Ein besonderes Highlight ist die Zusammenarbeit mit der Montessorischule in München. Jedes Jahr verbringen Schulklassen einige Wochen auf dem Klostergut Schlehdorf, um im Rahmen des „Kinder-Erden-Plans“ mitzuhelfen.

Kinder lernen, Tiere zu pflegen, Ställe zu reinigen und Gemüse anzubauen. Auf dem Gelände gibt es permakulturelle Beete, die Bernhard Jocher angelegt hat. Hier wachsen Beeren, Kräuter, Salate und Erdbeeren – eine Vielfalt, die der Permakulturphilosophie entspricht.

Herausforderungen für Ökosiedlungen

Die größte Herausforderung für die Ökosiedlung ist die Finanzierung. Ohne die Beiträge der Genossenschaftsmitglieder und zusätzliche Finanzierungsmodelle könnte die Siedlung nicht existieren. Die Haltung von Tieren und der Betrieb ökologischer Landwirtschaft sind kostspielig.

Dank Spenden und Darlehen konnte 2022, zehn Jahre nach der Gründung, das landwirtschaftliche Land erworben werden, das zuvor vom Kloster gepachtet wurde. Die Genossenschaft hat zudem Ställe modernisiert und setzt innovative Weidekonzepte um.

Die Ökosiedlung Schlehdorf entwickelt sich kontinuierlich weiter und bleibt ein Vorbild für den nachhaltigen Umgang mit der Natur.

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