Westpark

Park · München · ⭐ 9.3/10 · 12475 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:56:32

Adresse: 81373 Munich-Sendling-Westpark, Deutschland

Westpark — eine Gartenausstellung, die nie abgebaut wurde

Die meisten Parks entstehen aus Landschaft. Der Westpark entstand aus einem Termin. Für die Internationale Gartenbauausstellung 1983 verwandelte die Stadt einen unspektakulären Streifen im Südwesten in 69 Hektar Kunstlandschaft — mit ein bis anderthalb Millionen Kubikmetern bewegter Erde, über 6000 bereits ausgewachsenen Bäumen und rund 100 000 Sträuchern, gepflanzt in wenigen Jahren. Als die Ausstellung nach knapp sechs Monaten schloss, blieb alles stehen. Deshalb findet man hier heute Dinge, die sonst kein Stadtpark hat: einen chinesischen Garten hinter einer Ziegelmauer, eine handgeschnitzte nepalesische Pagode, einen thailändischen Pavillon mit Buddhafigur und einen Rosenhang mit zwanzigtausend Stöcken. Zwei Sätze zur Geografie: Der Park zieht sich 2,4 Kilometer von Ost nach West, und mittendurch läuft der Mittlere Ring, überbrückt von einer begrünten Verbindung, über die man den Verkehr eher ahnt als hört.

Höhepunkte

  • Die Thai Sala — ein neun Meter hoher Pavillon nach Bangkoker Vorbild auf einer Plattform über dem Wasser, mit geweihter Buddhafigur. Er gilt als das erste frei stehende buddhistische Heiligtum Europas und wurde 2013 aufwendig restauriert.
  • Die Nepalesische Pagode — von rund 300 Handwerkern in sieben Monaten von Hand geschnitzt und nach traditionellem Verfahren errichtet, das zu diesem Zeitpunkt seit etwa zwei Jahrhunderten nicht mehr angewandt worden war. Die Holzarbeiten an Fenstern und Trägern sind das Sehenswerteste am ganzen Ensemble.
  • Der Chinesische Garten — angelegt von sechs Gärtnern aus Guangzhou und die erste Beteiligung der Volksrepublik China an einer europäischen Gartenschau. Hinter einer Mauer mit glasierten Ziegeln stehen Pavillons, die den Jahreszyklus abbilden; der Garten ist als Abfolge von Durchblicken komponiert, nicht als Fläche.
  • Der Japanische Garten — ein Beitrag der Partnerstadt Sapporo, gestaltet nach dem Vorbild der Heian-Zeit, mit Teich, Aussichtsplattform und Teepavillon. Einheimische und japanische Gehölze stehen nebeneinander, ausgewählt nach Wuchsform statt nach Herkunft.
  • Der Rosengarten — rund 20 000 Rosen aus über 500 Sorten auf einem Hang, dazu ein Alpinum mit Gebirgspflanzen und ein Blindengarten, in dem Duft und Blattform die Rolle der Farbe übernehmen.
  • Die Seebühne am Westsee — ein Amphitheater für rund 1200 Zuschauer direkt am Wasser. Hier läuft seit 1995 „Kino, Mond und Sterne“, das älteste Freiluftkino der Stadt, in der Regel von Anfang Juni bis Mitte September; nach Biergartenprinzip darf eigenes Essen mitgebracht werden, Getränke nicht.

Was dich erwartet

Der Westpark ist ein Park der Kammern. Statt einer großen Wiese gibt es Mulden, Hügel, Hecken und Sichtschutz, sodass zwanzig Gruppen nebeneinander sitzen können, ohne voneinander zu wissen. Der Landschaftsarchitekt Peter Kluska hat das Gelände dafür komplett neu modelliert: Der höchste Punkt, der Rosenhügel, liegt bei 552 Metern, während man am Baumbestand der Alten Eichen noch das ursprüngliche Geländeniveau von 536 Metern erkennt — sechzehn Meter Unterschied, die es hier vorher nicht gab.

  • Zwei Seen: der Mollsee im Ostteil, klassisches Revier für Modellboote, gespeist von einer 1,4 Meter hohen Kaskade, und der größere Westsee mit der Seebühne.
  • Drei große Spielbereiche mit Wasserspiel, Rutschen und Klettergerüsten, dazu Ballflächen und Eisstockbahnen.
  • Ein Rodelhügel mit sanftem Westhang — im Winter der Grund, warum der Park auch bei Schnee voll ist.
  • Das Bayerwaldhaus, ein Bauernhaus von 1747 aus dem Bayerischen Wald, hierher übertragen und heute Ort für Volksmusik- und Brauchtumsveranstaltungen.
  • Eine Gartenbahn mit rund sechs Kilometern Gleis und fünf Stationen, betrieben von einem Verein und nur an bestimmten Tagen in Fahrt.
  • Gastronomie an beiden Enden: der Hopfengarten im Ostteil, das Wirtshaus am Rosengarten und das Café Gans am Wasser im Westteil — die Biergärten funktionieren nach bayerischem Prinzip mit Selbstbedienungsbereich.

Was man unternehmen kann — und für wen

  • Familien mit kleinen Kindern — der Ostteil bündelt Wasserspielplatz, flaches Ufer und kurze Wege; das Gelände ist so modelliert, dass Kinder in Sichtweite bleiben, ohne dass man ihnen hinterherlaufen muss.
  • Gartenfreunde — Rosengarten, Alpinum, Blindengarten und die vier asiatischen Anlagen ergeben einen Rundgang, der botanisch mehr abdeckt als jeder andere Münchner Park außerhalb des Botanischen Gartens.
  • Kinopublikum — die Seebühne ist der Grund, warum viele Münchner den Park überhaupt kennen: Leinwand vor dem See, Amphitheater dahinter, und im Sommer fast jeden Abend Programm zwischen Blockbuster und Arthouse. Gespielt wird bei jedem Wetter.
  • Läufer und Nordic Walker — die Ost-West-Ausdehnung von 2,4 Kilometern ergibt mit den Hügelschleifen eine Runde mit echtem Profil; im Sommer läuft zusätzlich ein kostenloses Bewegungsprogramm im Park.
  • Ruhesuchende — die asiatischen Gärten sind eingefasst und dämpfen den Umgebungslärm spürbar; wer eine halbe Stunde Stille braucht, findet sie eher hier als auf den offenen Wiesen.
  • Winterbesucher — Rodelhang, Eisstockbahnen und die kahlen Sichtachsen zwischen den Hügeln machen den Park auch bei Frost zum Ziel; im Winter erkennt man die Modellierung des Geländes am deutlichsten.

Anfahrt & Praktisches

Der Park liegt im Südwesten im Stadtbezirk Sendling-Westpark und wird von der U6 erschlossen, die gleich drei Stationen am Rand bedient: Westpark, Partnachplatz und Holzapfelkreuth. Wegen dieser Anbindung an die Gartenausstellung von 1983 trug die Linie damals den Beinamen Blumen-Linie. Für den Westteil steigt man in die Trambahnlinie 18 bis zur Haltestelle Stegener Weg um, ergänzend fährt die Buslinie 63 bis zur Haltestelle Westpark. Der Eintritt ist frei, der Park ist städtisch, nicht umzäunt und rund um die Uhr zugänglich; auch die asiatischen Gärten und der Rosengarten kosten nichts. Kostenpflichtig sind nur Veranstaltungen wie das Freiluftkino sowie die Gastronomie. Ost- und Westteil sind über eine begrünte Brücke über die trennende Schnellstraße verbunden, weitere Fuß- und Radbrücken führen nach Osten über Bahn und Straße; wer die gesamte Länge abgehen will, sollte für 2,4 Kilometer je Richtung gut anderthalb Stunden mit Pausen einplanen. Für einen Besuch nur des Ostasien-Ensembles mit Rosengarten reicht eine Stunde. Hunde gehören in weiten Teilen an die Leine, die asiatischen Gärten sind eingefriedet und haben eigene Zugangszeiten, die sich nach der Jahreszeit richten. Toiletten und Gastronomie liegen an beiden Enden, in der Mitte um den Ring herum wird es dünner.

Wann besuchen

Im Frühling zeigt der Park, wofür er gebaut wurde: Ab April blühen die Gehölze der asiatischen Gärten, im Mai und Juni folgt der Rosenhang mit über 500 Sorten, und weil das Gelände so kleinteilig modelliert ist, wandert die Blüte über Wochen von Mulde zu Mulde. Der Sommer gehört der Seebühne: Von Anfang Juni bis in den September läuft fast täglich Kino unter freiem Himmel, dazu Konzerte und Theater, und die Wiesen zwischen den Hügeln sind abends belegt. Wer tagsüber Schatten sucht, hält sich an die dichten Pflanzungen am Wasser statt an die offenen Kuppen. Der Herbst ist die stillste und vielleicht schönste Zeit — die japanische Anlage färbt sich, der Nebel bleibt morgens in den Senken hängen, und die Kinosaison endet Mitte September, danach hat man die Seebühne für sich. Im Winter wird der Rodelhügel im Westteil zum Ziel für den halben Stadtbezirk, sobald genug Schnee liegt; auf den Eisstockbahnen wird bei Frost gespielt, und ohne Laub sieht man erstmals, wie stark das Gelände künstlich geformt ist.

Gut zu wissen

Der Westpark ist das direkte Erbe der Internationalen Gartenbauausstellung, die vom 28. April bis zum 9. Oktober 1983 hier stattfand. Der Entwurf stammt vom Münchner Landschaftsarchitekten Peter Kluska, der aus einem topografisch reizlosen Gelände eine künstliche Hügellandschaft formte: Ein bis anderthalb Millionen Kubikmeter Erde wurden bewegt, über 6000 bereits zwanzig bis vierzig Jahre alte Bäume — vor allem Linden, Ulmen, Ahorn, Buchen und Eichen — und rund 100 000 Sträucher gepflanzt. Der Park kostete 60,5 Millionen D-Mark, die gesamte Ausstellung 114,3 Millionen; Bayern steuerte 15 Millionen bei, und bei 11,5 Millionen Besuchern kamen rund 35 Millionen D-Mark wieder herein. Etwa 30 Prozent der Gäste stammten aus München selbst, gut die Hälfte aus Bayern. Der eigentliche Glücksfall für die Stadt war die Entscheidung, die internationalen Beiträge nicht abzubauen. So blieb das Ostasien-Ensemble erhalten, das bis heute den Ruf des Parks trägt: die Thai Sala als erstes frei stehendes buddhistisches Heiligtum Europas, die von rund 300 nepalesischen Handwerkern in sieben Monaten geschnitzte Pagode, der von sechs Gärtnern aus Guangzhou angelegte Chinesische Garten — die erste Teilnahme der Volksrepublik an einer europäischen Gartenschau überhaupt — und der Japanische Garten als Beitrag der Partnerstadt Sapporo. Auch das Bayerwaldhaus von 1747 stammt aus der Ausstellungszeit und wurde als historisches Bauernhaus hierher übertragen. Der bauliche Preis für die Lage ist der Mittlere Ring, der den Park in einen Ost- und einen Westteil zerschneidet; die Verbindung übernimmt eine begrünte Stahlbetonbrücke mit Fuß- und Radweg, die den Übergang so beiläufig macht, dass viele Besucher die Trennung gar nicht bemerken. Der Rosenhügel als höchster Punkt liegt bei 552 Metern über dem Meer, während das ursprüngliche Geländeniveau bei den Alten Eichen mit 536 Metern erhalten geblieben ist — ein sichtbarer Maßstab dafür, wie viel hier von Hand entstanden ist. Die Seebühne kam als Veranstaltungsort dazu und beherbergt seit 1995 „Kino, Mond und Sterne“, das älteste Freiluftkino Münchens.

Besuchertipps

  • Die asiatischen Gärten sind eingefriedet und haben eigene, jahreszeitlich wechselnde Zugangszeiten — anders als der übrige Park, der immer offen ist. Wer wegen der Thai Sala oder des Chinesischen Gartens kommt, plant den Besuch für die Tagesmitte und nicht für den späten Abend.
  • Für das Freiluftkino gilt das Biergartenprinzip: Eigenes Essen darf mitgebracht werden, Getränke nicht. Gespielt wird bei jedem Wetter, also gehören Regenjacke und eine Sitzunterlage zur Grundausstattung — das Amphitheater ist aus Beton und Rasen, nicht aus Polstern.
  • Ost- und Westteil unterscheiden sich stärker, als der Plan vermuten lässt: Der Osten ist der Familienpark mit Wasserspiel und Mollsee, der Westen der Kultur- und Gartenteil mit Rosenhang, Seebühne und Ostasien-Ensemble. Wer nur eine Stunde hat, entscheidet sich vorher für eine Seite.

Fragen & Antworten

Warum stehen im Westpark asiatische Gärten? Weil sie 1983 als Länderbeiträge zur Internationalen Gartenbauausstellung gebaut und danach nicht abgebaut wurden. Erhalten blieben die Thai Sala, die Nepalesische Pagode, der Chinesische Garten aus Guangzhou und der Japanische Garten der Partnerstadt Sapporo.

Kostet der Park Eintritt und wann ist geöffnet? Der Park ist frei zugänglich und rund um die Uhr offen, auch Rosengarten und asiatische Anlagen kosten nichts. Die eingefriedeten asiatischen Gärten haben allerdings eigene, jahreszeitlich wechselnde Zugangszeiten. Kostenpflichtig sind nur Veranstaltungen und die Gastronomie.

Wie groß ist der Westpark? Rund 69 Hektar bei einer Ost-West-Ausdehnung von 2,4 Kilometern. Der Mittlere Ring teilt ihn in zwei Hälften, verbunden durch eine begrünte Brücke mit Fuß- und Radweg.

Was läuft auf der Seebühne? Seit 1995 „Kino, Mond und Sterne“, das älteste Freiluftkino Münchens, in der Regel von Anfang Juni bis Mitte September, dazu Konzerte und Theater. Das Amphitheater fasst rund 1200 Menschen; die Leinwand steht vor dem See.

Darf man zum Kino eigenes Essen mitbringen? Ja, nach Biergartenprinzip — Speisen dürfen mitgebracht werden, Getränke nicht. Vorgeführt wird bei jedem Wetter, eine Regenjacke und eine Sitzunterlage sind deshalb sinnvoll.

Wie kommt man am schnellsten hin? Mit der U6, die gleich drei Stationen am Parkrand bedient: Westpark, Partnachplatz und Holzapfelkreuth. Für den Westteil steigt man in die Trambahnlinie 18 bis zur Haltestelle Stegener Weg um; die Buslinie 63 hält an der Haltestelle Westpark.

Gibt es Spielplätze und was ist für Kinder geeignet? Drei große Spielbereiche mit Wasserspiel, Rutschen und Klettergerüsten, dazu ein flaches Ufer am Mollsee für Modellboote und im Winter ein Rodelhügel. Der Ostteil ist insgesamt der familienfreundlichere.

Wie viel Zeit sollte man einplanen? Für das Ostasien-Ensemble mit Rosengarten reicht eine Stunde. Wer den Park von Ost nach West durchläuft, sollte mit Pausen anderthalb bis zwei Stunden rechnen; an Kinoabenden wird daraus schnell ein ganzer Abend.

Ist der Verkehrslärm vom Ring störend? Weniger, als man erwartet. Die Trasse liegt tiefer und wird von der begrünten Brücke und dichten Pflanzungen abgeschirmt; in den eingefassten asiatischen Gärten und den Mulden hört man ihn kaum noch.

Gibt es Biergärten? Ja, an beiden Enden: der Hopfengarten im Ostteil, das Wirtshaus am Rosengarten und das Café Gans am Wasser im Westteil. Wie überall in München gilt in den Selbstbedienungsbereichen, dass eigene Brotzeit erlaubt ist und die Getränke vor Ort gekauft werden.

Gästebewertungen

  1. Danylo Yevtukhov

    Ein wunderbarer Park. Sehr praktisch und interessant. Es gibt Grillzonen, sowohl einfache als auch am See.

  2. Alla Bykhovenko

    Ein Ort, der inspiriert. Ein riesiger Park mit weiten Wiesen und unzähligen Spazierwegen, üppige Beete mit den verschiedensten Blumen und blühende Bäume – besonders lohnt sich ein Besuch im Frühling, wenn die Natur erwac…

  3. Kateryna Vorobets

    Ein sehr schöner und gemütlicher Park mit vielen Bänken, Spielplätzen, einem großen See und herrlichen Blumen

  4. Elena Yarema

    Der Westpark ähnelt vielen anderen Parks Bayerns nicht. Er ist vollständig von Menschenhand geschaffen. Das ist ein wunderbarer Ort, an dem sich auf erstaunliche Weise die malerische Schönheit der Natur und farbenprächti…

  5. Vasiliy Oblomaet

    Toller Park, dort ist es sehr toll und schön, aber es gibt wenig Plätze, um zu sitzen und sich auszuruhen

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:56:32

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: munichname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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