Die Böden Münchens

Die Böden Münchens weisen eine komplexe Struktur auf, die durch die geologische Geschichte der Region geprägt ist. Die Stadt liegt am Nordrand des Alpenvorlandes, wo die Oberfläche von glazialen Ablagerungen, alluvialen Sedimenten und sandigen Böden geformt wird. Diese bestimmen nicht nur die landwirtschaftliche Qualität des Bodens, sondern beeinflussen auch maßgeblich die Bebauung, die Stabilität von Gebäuden und die Verteilung von Grünflächen. Aus diesem Grund folgt nun ein detaillierter Überblick über die wichtigsten Bodentypen Münchens, ihre Eigenschaften und ihre Bedeutung im städtischen Umfeld. Mehr dazu auf munichname.eu.

Ursprung und Geologie

Die Böden Münchens haben sich über viele Jahrtausende gebildet, und die meisten von ihnen gehören zur großen geologischen Zone der Münchner Schotterebene. Dies ist ein flaches Gebiet von über 1500 Quadratkilometern, das sich um die Stadt und etwas darüber hinaus erstreckt. Ihre Grundlage wurde von Flüssen geschaffen, die während der Eiszeiten im späten Pleistozän aus den Alpen flossen. Als die Gletscher zu schmelzen begannen, transportierte das Wasser riesige Mengen an Steinen, Sand und Kies aus den Bergen. Dadurch entstanden mächtige Schotterschichten, die das Fundament für die zukünftigen Böden legten. Diese Schichten bildeten sich während der drei Haupt-Eiszeiten: Mindel, Riss und Würm. Dazwischen formten sich dünnere Zwischenhorizonte, und an der Oberfläche sammelte sich allmählich eine Humusschicht an – der fruchtbare Boden, der heute in Parks, Gärten und sogar auf Baustellen verwendet wird.

Unter dem Kies und Sand liegt eine wasserundurchlässige Schicht aus Sedimentgestein, bekannt als Flinz. Sie ist Teil der sogenannten Molasse – Ablagerungen, die sich in Vorlandbecken durch die Erosion von Gebirgsmassiven gebildet haben. Diese Schicht lässt kein Wasser durch und bestimmt daher, wie und wohin Regen- und Grundwasser in der Region versickern. Für Ökologen und Bauherren ist dies von großer Bedeutung, da davon die Entwässerung, die Stabilität von Fundamenten und sogar die Lage von Wassereinzugsgebieten abhängt.

Struktur, Wasserdurchlässigkeit und Nutzung

Die Böden im Raum München haben eine sehr interessante Struktur. Die Basis bilden Kies-Sand-Schichten, die, wie wir bereits erfahren haben, nach dem Schmelzen der Gletscher zurückblieben. Diese Schichten sind sehr wasserdurchlässig. Im Durchschnitt liegt die Wasserdurchlässigkeit hier bei etwa 3,7×10⁻³ bis 5,6×10⁻³ Metern pro Sekunde, was als hoher Wert gilt. Ein solcher Bodentyp wird als produktiver Grundwasserleiter bezeichnet, was bedeutet, dass aus ihm bequem Grundwasser für die Versorgung von München und den umliegenden Dörfern gewonnen werden kann.

Unter diesen Schichten liegen in größerer Tiefe dichtere Gesteine. Sie bildeten sich bereits im späten Miozän – einer Periode lange vor den Eiszeiten. Diese Gesteine sind weniger wasserdurchlässig und bilden zusammen mit dem Kies ein mehrschichtiges hydrogeologisches System, das von Wissenschaftlern bedingt als T1-T4 bezeichnet wird. Dies hilft, die Bewegung des Grundwassers genauer zu verstehen und die Wasserversorgung oder den Umweltschutz der Stadt besser zu organisieren.

Was die Oberfläche betrifft, so ist die Humusschicht (also der fruchtbare Boden mit Pflanzenresten) in München meist dünn – etwa bis zu 40 cm. Sie ist schwach mit organischen Stoffen angereichert, und ihre Dicke und Zusammensetzung hängen vom jeweiligen Gebiet ab. Beispielsweise können in der Vorstadt Ottobrunn oder in Gebieten südlich der Stadt die Bedingungen variieren: Mancherorts sind die Böden etwas saurer, andernorts haben sie eine leichtere Textur. Aufgrund ihrer Struktur sind diese Böden nicht ideal für die Landwirtschaft, eignen sich aber sehr gut für den Bau, die Entwässerung und die Schaffung städtischer Grünflächen. Deshalb werden große Flächen in München nicht als Felder, sondern als Parks, Waldstreifen und Wohnviertel genutzt.

Bedeutung für die Stadt: Infrastruktur, Ökologie, Bebauung

Die Böden in der Umgebung von München sind von großer Bedeutung für die Stadtentwicklung, da sie günstige Baubedingungen bieten und eine solide Grundlage für Gebäude und Straßen gewährleisten. Da die Kies- und Sandschichten jedoch an verschiedenen Orten unterschiedlich dick sind, müssen Ingenieure dies bei der Planung berücksichtigen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Grundwasserspiegel. In einigen Gebieten ist er hoch, weshalb vor Baubeginn unbedingt hydrogeologische Untersuchungen durchgeführt werden müssen.

In München wurde lange Zeit aktiv Kies abgebaut. Wenn jedoch die Vorkommen an bestimmten Orten erschöpft waren, entstanden anstelle der Steinbrüche Gewässer. So bildeten sich einige beliebte Erholungsgebiete, wie zum Beispiel die Langwieder Seenplatte – ein Gebiet, das heute bei Einwohnern und Touristen gleichermaßen beliebt ist. Es gibt auch Flächen, auf denen die Böden wenig fruchtbar sind. Ein Beispiel ist die Panzerwiese im Norden der Stadt. Dies ist eine typische Schotterheide mit sehr armen Böden. Dort ist es schwierig, etwas anzubauen, aber dieser Ort ist wichtig für die Natur: Hier wachsen seltene Pflanzen und leben Tier- und Insektenarten, die in anderen Gebieten verschwinden. Daher werden solche Gebiete geschützt und nicht bebaut.

Darüber hinaus haben Kies- und Sandböden eine besondere Wärmekapazität und erwärmen sich im Sommer schnell, was die Temperatur in der Stadt beeinflusst. Gleichzeitig kühlen sie nachts schnell wieder ab. Dieser Effekt kann sich auf das Mikroklima der Stadtteile auswirken.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Begrünung. Aufgrund des geringen Nährstoffgehalts der Böden benötigen Grünanlagen in solchen Gebieten zusätzliche Pflege und Düngung, um die Gesundheit von Parks und Grünflächen zu erhalten. Gleichzeitig hilft ihre Fähigkeit, Regenwasser schnell aufzunehmen, das Risiko von Überschwemmungen in den Stadtvierteln zu verringern.

Quellen:

  1. https://www.researchgate.net/publication/237692735_The_geology_of_Munich_Germany_and_its_significance_for_ground_modelling_in_urban_areas
  2. https://link.springer.com/article/10.1007/s10040-023-02761-z
  3. https://www.mdpi.com/2076-3263/12/6/226
  4. https://www.ecologic.eu/sites/default/files/publication/2025/50098-Urban-Nature-Plan-EN.pdf

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